Archiv der Kategorie: Rückschau

Das geplante Desaster der Deutschen Bahn AG Von Stuttgart 21 bis Hamburg-Altona: Skandale, Murks und Täuschungsmanöver

Datum: Dienstag, 19. November 2019, 19:30
Ort: Kulturzentrum Dieselstrasse, Dieselstraße 26, Esslingen

Vortrag, Lesung und Diskussion mit Arno Luik

Hier gehts zur Aufzeichnung:
https://www.youtube.com/watch?v=yZOmvO7l8mQ

Das Desaster der Deutsche Bahn ist kein Versehen. Es gibt Täter. Sie sitzen in Berlin. In der Bundesregierung, im Bundestag. Und seit Jahren im Tower der Deutschen Bahn. Aber auch in Stuttgart in Landtag und Rathaus.
Kritik an der Deutschen Bahn bleibt oft stehen bei lustigen Englischfehlern, falschen Wagenreihungen oder ausfallenden Klimaanlagen. Doch die Malaise liegt im System: Seit der Bahnreform im Jahr 1994, nach der die Bahn an die Börse sollte, handeln die Bahn-Verantwortlichen, als wollten sie die Menschen zum Autofahrer erziehen.
Arno Luik behandelt ausführlich das katastrophale Milliarden-Murks-Tunnelbahnhofsprojekt Stuttgart 21. Er zeigt aber auch auf was sich ändern muss, damit eine ökologische Verkehrswende gelingen kann und Klimaziele erreicht werden können.

Arno Luik ist einer der profiliertesten Bahn-Kritiker. Er war Reporter und Autor für Geo, Stern und Chefredakteur der taz. Er ist Autor des aktuellen Buches: „Schaden in der Oberleitung“ und bleibt nicht bei der Kritik stehen, sondern bietet Alternativen.

Politische Soiree am Dienstagabend in der angenehmen Atmosphäre des Kulturzentrums Dieselstraße – bei Wein, Tee und Butterbrezeln.
Eintritt frei, Spende erbeten

Eine Veranstaltung von AG Politische Matinee in Kooperation mit ESIG – Esslinger Initiative für Gemeinsinn e. V., Kulturzentrum Dieselstraße und DIE LINKE Esslingen.

Politische Matinée: Profiling und die NSU-Mordserie

Vortrag und Diskussion mit dem Kriminalpsychologen Professor Dr. Rudolf Egg

Datum: So 27.10.2019 10:30
Ort: Kulturzentrum Dieselstrasse, Dieselstr. 26, Esslingen

Die NSU-Mordserie bzw. die Ceska-Morde waren neun Morde an Kleinunternehmern mit Migrationshintergrund; acht davon aus der Türkei und ein Grieche. Die rechtsextreme Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) soll sie zwischen 2000 und 2006 in deutschen Großstädten verübt haben. Der 2007 an der Polizistin Michèle Kieseweter in Heilbronn verübte Mord wird ebenfalls dem NSU zugerechnet.
Die polizeilichen Ermittlungen fokussierten jahrelang auf die Opfer selbst und auf deren Angehörigen, was zu deren Viktimisierung und Stigmatisierung führte. In Richtung einer rechtsextremen, rassistischen Motivation wurde kaum ermittelt. In den Leitmedien wurden die Verbrechen als „Dönermorde“ bezeichnet. Die Mordkommission erhielt den Namen „Bosporus“.
Seit Jahrzehnten hilft das „Profiling“ den ermittelnden Beamten ein Profil des oder der möglichen Täter zu erstellen, um auch in schwierigen Fällen damit erfolgreicher eine Lösung zu finden. Wie konnte es passieren, dass die Polizei und andere Behörden jahrelang den falschen Fährten folgten? Warum wurden die Morde in den Bereich der Organisierten Kriminalität und der Schutzgelderpressung eingeordnet? Haben auch andere „Dienste“ und politische Interessen eine Rolle bei dieser Mordserie gespielt?

Prof. Dr. Rudolf Egg ist einer der renommiertesten Kriminalpsychologen des Landes und ein gefragter Interviewpartner für Funk und Fernsehen. Von 1997 bis 2014 war er Direktor der Kriminologischen Zentralstelle des Bundes und der Länder (KrimZ). Er lebt in Wiesbaden.

Eintritt ist frei, um Spende wird gebeten

Politische Matinée: Raus aus dem toten Winkel

Datum: Sonntag, den 24. November 2019, 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr
Ort: Kulturzentrum Dieselstrasse, Dieselstr. 26 Esslingen

Vortrag und Diskussion mit Alexa Conradi

Liberale und Linkerinnen neigen dazu, sich als die Guten in einer geteilten Welt zu sehen. Auf der einen Seite sitzen die bösen Rechten und die unsensiblen Konservativen und auf der anderen die Guten, die gegen Diskriminierung kämpfen und die Achtung der Menschenrechte fordern. Aber was wäre, wenn Diskriminierung nicht nur etwas mit dem Anderen zu tun hätte? Was wäre, wenn Diskriminierung auch etwas mit uns zu tun hätte, den sogenannten Guten? Im Zuge dieser Politischen Matinee wird Alexa Conradi auf einige der zahlreichen toten Winkel eingehen, die bei Linkerinnen und Liberalen zu finden sind. Sie wird auf ihre Erfahrungen als Vorstandsitzende des größten kanadischen Frauenverbandes und Québec solidaire, einer linksgerichteten Partei, zurückgreifen. Die Themen sind die wachsenden sozialen Ungleichheiten, Beschuldigungen von sexueller Gewalt, der Ausdruck eines enthemmten Rassismus und die Ängste vor der sogenannten Ausbreitung des Islams.

Alexa Conradi ist Koordinatorin der Antidiskriminierungsstelle Esslingen, einer unabhängigen Arbeitsgruppe im Interkulturellen Forum Esslingen. Die Antidiskriminierungsstelle Esslingen will Menschen unterstützen, die Diskriminierung in ihrem eigenen Leben und in der Gesellschaft bekämpfen wollen. Alexa Conradi ist Autorin von „Les angles morts: perspectives sur le Quebec actuel“; auf Englisch heißt das Buch „Fear, Love and Liberation in Contemporary Quebec.“ Mit einem Master-Abschluss in politischer Kommunikation mit Schwerpunkt auf Versöhnungsdiskursen zwischen dem kanadischen Staat und den „First Peoples“ des Territoriums ist Conradi seit ihren frühen zwanziger Jahren in progressiven sozialen Bewegungen aktiv. Sie hat sich 2015 in Deutschland niedergelassen.

Eine Veranstaltung von AG Politische Matinee in Kooperation mit Kulturzentrum Dieselstraße, Interkulturelles Forum Esslingen e.V. (adg) und ESIG – Esslinger Initiative für Gemeinsinn e. V.

Politische Matinee am späten Sonntagvormittag in der angenehmen Atmosphäre des Kulturzentrums Dieselstraße – bei Kaffee, Tee und Butterbrezeln.



Politische Matinée: Das „Kapital“ in 45 Minuten

Filmvortrag und anschließende Diskussion mit dem Philosophen Professor Dr. Wolfgang Fritz Haug



Datum: Sonntag, den 22.September 2019, 10:30 Uhr
Ort: Kulturzentrum Dieselstrasse, Dieselstr. 26, Esslingen

„Das Kapital“. Ein 150 Jahre altes Buch, aktueller als zu seiner Zeit. Warum ist dieses Buch von Karl Marx heute noch so aktuell? Die Wirklichkeit heute entspricht eher dem, was Marx im Kapital entwickelt, als dies zu seiner Zeit der Fall war. Es war von vorneherein keine Nationalökonomie sondern eine abstrakte Theorie des Weltmarkts, der Globalisierung. Marx will mit seiner Dialektik „alles Gewordene im Flusse seiner Bewegung“ auffassen; das bedeutet, die Dinge im Werden und im Übersichhinaustreiben zu fassen.

Dabei werden die Begriffe Ware, Geld, Arbeit, Arbeitskraft, Akkumulation, Überakkumulation, Krise u. a. und das ökonomische Geschehen einer philosophischen Methode, einer Sozio-Analyse unterworfen und aufgezeigt, wie aktuell sie für unsere Gegenwart sind. Es offenbart sich, dass Kritik auch ein Aufruf zu Widerstand sein kann.

Wolfgang Fritz Haug wurde in Esslingen geboren, war bis 2001 Professor für Philosophie an der Freien Universität in Berlin. Sein Forschungsschwerpunkt ist der Marxismus. Er hat u. v. a. die Zeitschrift „Das Argument“ und die Berliner „Volksuniversität“ mitgegründet. Er ist Mitherausgeber des Historisch-Kritischen Wörterbuchs des Marxismus.

Eine Veranstaltung von AG Politische Matinee in Kooperation mit Kulturzentrum Dieselstraße, Interkulturelles Forum Esslingen e.V. (adg) und DIE LINKE Esslingen

Politische Matinee am späten Sonntagvormittag in der angenehmen Atmosphäre des Kulturzentrums Dieselstraße – bei Kaffee, Tee und Butterbrezeln.
Eintritt frei, Spende erbeten

Politische Matinée: 100 Jahre danach – Revolution in Esslingen

Vortrag und Diskussion mit Kreisrat Reinhold Riedel

Datum: Sonntag, den 2. Juni 2019 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr
Ort: Kulturzentrum Dieselstrasse, Dieselstr. 26 Esslingen

Der große Krieg, der I. Weltkrieg, wurde maßgeblich dadurch beendet, dass sich Soldaten und Matrosen weigerten, weiter an dem Abschlachten und Absaufen in den Schützengräben und Schlachtschiffen mitzuwirken. Die linken, sozialdemokratischen Parteien Europas hatten sich gegenseitig mehrfach versichert, dass sie die Waffen gegen ihre Klassenbrüder nicht einsetzen würden. Im August 1914 hatten dann aber Hurra-Patriotismus und Treue zur Obrigkeit in allen Ländern obsiegt. Nur wenige Stimmen in der SPD wagten sich dem Massenmorden zu widersetzen. Ihre Stimmen und Stellungnahmen sollten durch Polizei, Zensur, Verhaftung und Einberufung zum Kriegsdienst zum Schweigen gebracht werden. Dennoch gelang es gerade auch im Königreich Württemberg, in Stuttgart und Esslingen Widerstand gegen den Krieg zu organisieren.

Hier waren die Arbeiter nicht zufrieden als der Krieg durch den Waffenstillstand im November  1918 beendet wurde. Sie wollten mehr als die Abdankung von Kaiser, König und Fürsten. Sie wollten mehr als eine von Mehrheits-Sozialdemokraten und Reichswehr-Generalität geführte Republik. Sie wollten die Vergesellschaftung der Banken, der großen Industrien und Ländereien; sie wollten ihre Offiziere demokratisch wählen. Zwischen November 1918 und Juni 1919 haben Arbeiter und Soldaten auch hier in Esslingen sich für diese Forderungen eingesetzt. Eine Zeit lang konnten sie Erfolge verbuchen. Schließlich und endlich wurden sie aber durch die Machenschaften der Politiker, durch die Polizei und die Gewalt der Sicherheitstruppen militärisch ausgeschaltet und besiegt. Die Vorgänge in Baden, in Württemberg und in Esslingen werden dargestellt.

Reinhold Riedel war von 1984 bis 1992 Stadtrat in Esslingen und ist seit 2014 Kreisrat.
Er ist in Südindien aufgewachsen. Als jemand, der in seine Geburtsstadt zurückkam, hat er sich stark für die Geschichte seiner Heimat interessiert; auch für deren weniger bekannten, dunklen Seiten. Und für die Berichte von Widerstand und Aufstand gegen Herrschendes, die dazu beitrugen, dass früher vom „Roten Esslingen“ gesprochen werden konnte.

Eine Veranstaltung von AG Politische Matinee in Kooperation mit Kulturzentrum Dieselstraße, Interkulturelles Forum Esslingen e.V. (adg) und DIE LINKE Esslingen

Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten

Politische Matinée: Der marktgerechte Patient

Vorführung von Filmausschnitten des gleichnamigen Film von Leslie Franke und Herdolor Lorenz.

Anschließend an den Film: Diskussion mit dem Arzt Dr. Hartmut Gräter und Günter Busch, ehem. Leiter der ver.di-Landesfachgruppe 3 (Gesundheit)

Datum: Sonntag, den 14. Juli 2019, 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr
Ort: Kulturzentrum Dieselstrasse, Dieselstr. 26, Esslingen

Es gibt zwar bereits zahllose Berichte über skandalöse Zustände in deutsche Krankenhäusern. Erstaunlicherweise fehlt dabei aber fast immer der Bezug auf eine der wesentlichen Ursachen dieser Zustände: Die seit 2003 verbindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sog. Fallpauschalen (jede diagnostizierbare Krankheit hat einen fixen Preis – wer mit möglichst geringen Personal-, Sach- und Organisationskosten den Patienten optimal schnell abfertigt, macht Gewinn – wer sich auf die Patienten einlässt und Tarife zahlt, macht Verlust).

Die Einführung der sog. DRGs (Diagnosis Related Groups) war der radikale Schritt zur kompromisslosen Kommerzialisierung eines Bereichs, der bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurde. Seither wird der Mensch dort, wo er am Verletzlichsten ist, nämlich als hilfsbedürftiger Patient, den gnadenlosen Prinzipien von Gewinn und Verlust untergeordnet.

Der Patient wird nicht mehr als Mensch betrachtet, dem es zu helfen gilt, sondern als einen Menschen, mit dem man etwas machen kann. Der Patient, der zum Mittel wird, der Patient, den man benutzt, um Erlöse zu optimieren. Die Frage ist nicht mehr: was braucht der Patient, sondern was bringt der uns. Gleichzeitig durchforsten Wirtschaftsberater jede Abteilung, ob ein Vorgang nicht doch noch mit weniger Personal bewältigt werden kann. Viele Ärztinnen und noch mehr Pflegerinnen wollen und können in diesem System nicht mehr arbeiten, ohne selbst krank zu werden. Der Film liefert Argumente auf Basis einer Ursachenanalyse für alle, die sich für eine menschenwürdige und soziale Gesundheitsversorgung für Beschäftigte und Patienten einsetzen wollen.

Dr. Hartmut Gräter war jahrzehntelang an der Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Onkologie, Gastroenterologie, Hämatologie und Infektiologie am Klinikum Esslingen tätig, zuletzt als Leitender Oberarzt.
Günter Busch war baden-württembergischer Leiter des Fachbereichs 3, Gesundheit, der Gewerkschaft ver.di. Heute ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Reutlinger Bundestagsabgeordneten Jessica Tatti.

Politische Matinee am späten Sonntagvormittag in der angenehmen Atmosphäre des Kulturzentrums Dieselstraße – bei Kaffee, Tee und Butterbrezeln.
Eintritt frei, Spende erbeten

Eine Veranstaltung von AG Politische Matinee in Kooperation mit Kulturzentrum Dieselstraße, interkulturelles Forum Esslingen e.V. (adg) und ESIG – Esslinger Initiative für Gemeinsinn e. V.

Inhaltsverzeichnis der Veranstaltungen:

2019:
– Politische Matinée: Mobilität der Zukunft
– Politische Matinée: Wohn-T-raum. Auswege aus der Wohnungsnot?
– Politische Matinée: EU-Armee: Verteidigungs- oder Rüstungsunion?
– Zubetonierte Zukunft – mit Tunnelbau in die Klimakatastrophe –

2018:
Bürgerentscheid, Kommunal- und Europawahlen – Was ist Demokratie?
100 Jahre Frauenwahlrecht
Hintergründe zur Weltwirtschaftslage
Wandel braucht Sicherheit
Gefahrvolle Zeitenwende
Die Möglichkeiten der europäischen Republik
Die Fernwirkungen der Oktoberrevolution
Künstliche Intelligenz
Orte der Begenung im Zeitalter von Digitalisierung

2017:
Vom Anfang und Ende des Kapitalismus
Murks? Nein danke! Wie Dinge länger funktionieren könn(t)en
Einkommen für alle – bedingungslos?
Samstagsdemo
Migration und Kriminalität – Die Kölner Silvesternacht 2015/2016 und ihre Folgen
Brücken zur Esslinger Verkehrswende
Die Angst der Machteliten vor dem Volk
Syrien – Krieg, Versöhnung, Wiederaufbau?
Gefährlicher Reichtum
Türkei im Umbruch – am Beispiel Pressefreiheit

2016:
Die ganze Wahrheit über alles – wie wir unsere Zukunft doch noch retten können
Umstieg 21
Das Elend einer Spielfigur – die Rolle der Ukraine in der Geopolitik
Esslinger Sommerakademie 2016
Aufwachsen und Leben in der »digitalen Welt«
Geld stinkt nicht – oder doch?
Inklusion: Illusion oder Realität?
Die Türkei – privilegierter PaktPartner oder Pate des Terrors?
Lobbyismus und Demokratie in Berlin, Brüssel und Stuttgart
Fußgänger nein danke?!

2015:
Immer ganz nah dran – aus dem Alltag der Beobachter News
Esslingen a. N.: Reiche Reichsstadt oder arme Kreiskommune?
Thomas Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert
Marx reloaded. Was ist (noch) dran am Marxismus?
Schwäbische Trilogie – Teil III: Die Lebensart oder »Wias halt isch!«
Neuer Aufbruch in Kobanê
Neubaugebiete, Immobilien und Demografie
Soziale Bewegungen und Politik
CETA, TTIP und die Folgen
Der Schwarze Donnerstag: Ungehört. Ungeklärt. Ungesühnt.

2014:
Strategische Einbindung – zur Wirkung von Mediationen, Schlichtungen und runden Tischen

Zubetonierte Zukunft – mit Tunnelbau in die Klimakatastrophe –

Vortrag und Diskussion mit Karlheinz Rößler, Verkehrsberater i. R

Datum: Donnerstag, 9. Mai 2019, 17:30 bis 19:00 Uhr
Ort: Central Theater, Rossmarkt 9, 73728 Esslingen

Video zu : Zubetonierte Zukunft

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich wie fast alle Staaten der Erde auf der Pariser Weltklimakonferenz 2015 zwar verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen immer weiter zu senken, um den Anstieg der Durchschnittstemperatur auf maximal 2 Grad zu begrenzen. Aber an konkreten, wirksamen Maßnahmen gegen die Erdüberhitzung hapert es sehr.
Und über einen der größten Klimakiller wird nicht einmal geredet: die Herstellung von Stahl und Beton. Vielmehr werden stahlbetonintensive Großprojekte durch die Nationalstaaten und durch die EU massiv gefördert.
Statt auf dem Weg in die Klimakatastrophe endlich umzukehren, geht man auf dem Klima-Irrweg durch Tunnelprojekte wie z. B. Stuttgart 21, die ICE-Strecke Wendlingen – Ulm oder den Gotthard-Basistunnel mit Riesenschritten weiter.
Karlheinz Rößler hat zur Treibhausgas-Freisetzung durch Betonprojekte im Schienenverkehr grundlegende Berechnungen durchgeführt, deren Ergebnisse er in seinem Vortrag vorstellen wird. Er weist zugleich nach, dass die
klimaschädlichen Tunnelbauwerke in Stuttgart und anderswo verkehrspolitisch überflüssig bis unsinnig sind. Rößler gibt auch eine erste Antwort auf die Frage, wer wohl die treibenden Kräfte hinter diesen nicht verantwortbaren Projekten sind, die weltweit immer mehr in „Mode“ kommen.
Karlheinz Rößler war von 1991 bis 2013 Geschäftsführer und Gesellschafter der VIEREGG-RÖSSLER GmbH in München, die Gutachten zu Verkehrs-Großprojekten erstellt hat: u. a. zum Transrapid, zu neuen ICE-Strecken, dem BrennerBasistunnel, Stuttgart 21, der Fehmarnbelt-Querung sowie zur Schienen-Anbindung von Großflughäfen. Der Verkehrsberater hat sich in Bürgerinitiativen und Verbänden wie Pro-Bahn und VCD für öffentlichen Nahverkehr und gegen Stadtautobahnen engagiert.

Politische Matinée: EU-Armee: Verteidigungs- oder Rüstungsunion?


Vortrag und Diskussion mit Jürgen Wagner, IMI, Tübingen

Datum: Sonntag, den 12.Mai 2019, 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr
Ort: Kulturzentrum Dieselstrasse, Dieselstr. 26 Esslingen

Die in jüngster Zeit immer lautstärker erhobene Forderung nach einer EU-Armee und einer Verteidigungsunion soll vor allem über die im Dezember 2017 aktivierte „Ständige Strukturierte Zusammenarbeit“ – kurz PESCO– realisiert werden.

Während der Schritt als ein Meilenstein auf dem Weg in Richtung einer „Europäischen Verteidigungsunion“ begrüßt wurde, arbeitet der Vortrag heraus, dass PESCO darauf abzielt, die EU-Militärpolitik unter deutsch-französischer Führung auf komplett neue Grundlagen zu stellen und in Richtung einer EU-Rüstungsunion  zu schieben: Das bisher auf dem Konsensprinzip basierende Verfahren wird teilweise ausgehebelt und in wichtigen Bereichen durch Mehrheitsentscheidungen ersetzt. Gleichzeitig werden die Mitgliedsstaaten in eine Art Rüstungskorsett gepresst, das ihnen wenig andere Optionen geben soll, als ihre militärischen Kapazitäten aufzustocken und deutlich mehr Gelder in die jeweiligen Rüstungshaushalte zu leiten.

Jürgen Wagner ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Tübinger Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel zu diversen Fragen der europäischen Militärpolitik. Letzte Buchveröffentlichung: „Die Militarisierung der EU. Der (un)aufhaltsame Weg Europas zur militärischen Großmacht“ (BEBUG-Verlag Berlin, 2018)

Eine Veranstaltung von AG Politische Matinee in Kooperation mit Kulturzentrum Dieselstraße, Interkulturelles Forum Esslingen e.V. (adg) und DIE LINKE Esslingen.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten

Politische Matinée: Wohn-T-raum. Auswege aus der Wohnungsnot?

Impulsreferate und Diskussion mit
  

Renate Schaumburg,                                                  Ralf Brenner

und Hubert Arnold

Moderation: Reinhold Riedel

Datum: Sonntag, den 24.März 2019, 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr
Ort:        Kulturzentrum Dieselstrasse, Dieselstr. 26, Esslingen

Teil 1 Vortrag
Teil 2 Diskussion

Mehrgenerationenwohnen (MGW): In Zeiten der zunehmenden Individualisierung, der Veränderung traditioneller Familienformen und einer längeren Lebenserwartung können neue Wohnmodelle ein Miteinander der Generationen fördern. MGW kann eine Antwort auf gesellschaftliche und demografische Veränderungen sein.
Renate Schaumburg, Kinderkrankenschwester, Dipl. Sozialpädagogin, Bürgermentorin, war von 1992 bis 2018 bei der Stadt Esslingen als Abteilungs- und Amtsleiterin im Amt für Soziales und Sport tätig. Das Thema Wohnen in all seinen Facetten war ihr beruflich und privat ein wichtiges Anliegen. Sie wird von Projekten des MGW berichten, die sie kennt und auch aus eigenen Erfahrungen von deren Vor- und Nachteilen.

Jeder braucht eine Heimstatt: Heimstatt Esslingen e. V. vermietet seit über 30 Jahren abgeschlossene Wohnungen an ehemals wohnungslose Menschen. Inzwischen ist der Bestand an angemieteten, überlassenen oder eigenen Wohnungen auf ca. 80 angestiegen. Die MieterInnen werden bei Bedarf durch Sozialarbeit unterstützt. Daneben setzt sich der Verein für mehr Gerechtigkeit und ein menschenwürdiges Auskommen armer und ausgegrenzter Menschen ein.
Ralf Brenner, Sozialarbeiter, ist seit 2004 Geschäftsführer des Vereins mit 15 MitarbeiterInnen. Er berichtet aus der langjährigen Arbeit der Heimstatt, sucht nach den Ursachen für Armut und Wohnungslosigkeit; und fordert radikalere Lösungen für diese gesellschaftlichen Probleme.

Grüne Höfe in der Vorstadt: In den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende kam in der Stadtverwaltung und im Gemeinderat die Überbauung eines Gärtnereigeländes entlang der Stuttgarter Straße auf den Plan. Konventionell über Bauträger oder, wie in Tübingen und Freiburg damals en vogue, als Gemeinschaftliches Bauen? Das war die heftig diskutierte Frage.
Hubert Arnold war Lehrer. Etwa 4 Jahre vor seiner Pensionierung hat er sich gemeinsam mit seiner Frau um selbstbestimmtes Wohnen in Gemeinschaft für die noch vor ihnen liegenden Lebensjahre bemüht. In 5 verschiedenen Gruppierungen an 5 verschiedenen Orten sind sie aus unterschiedlichen Gründen gescheitert. In den „Grünen Höfen“ Esslingen waren sie erfolgreich. Das Projekt Grüne Höfe wird vorgestellt. Nach der Matinee bietet Hubert Arnold einen Rundgang zu einigen markanten Gebäuden des Projektes an, die nur wenige Meter entfernt vom Kulturzentrum stehen.
Eine Veranstaltung von AG Politische Matinee in Kooperation mit Kulturzentrum Dieselstraße, Interkulturelles Forum Esslingen e. V. (adg), ESIG – Esslinger Initiative für Gemeinsinn e. V. und DIE LINKE Esslingen.